Ein Sturm blies an jenem Abend über den Westen des Landes, wie es schon lange keinen mehr gegeben hatte. Der Wind riss Dächer ein, brach Äste von Bäumen ab, knickte Ampelanlagen. Noch fuhren die Züge ungehindert, aber die großen Glasscheiben, die das Wartehäuschen am Bahnhof Sennestadt umgaben, vibrierten so unberechenbar, dass Alexander Ellert, offenbar der einzige, der den 22-Uhr-Zug nach Paderborn nehmen wollte, ein Stück weit rechts davon im freien auf den Zug wartete.
Mit acht Minuten Verspätung kam der Zug am Bahnhof an. Ellert entriegelte die Tür des hinteren Wagens und schloss sie mit einem kräftigen Ruck gleich wieder hinter sich. Der Wagen war fast leer, von einem Teenagerpärchen abgesehen, das knutschend auf einer Sitzbank am anderen Ende saß, und einer korpulenten Frau in den Fünfzigern, die von ihrem Platz in der Mitte des Wagens aus missbilligende Blicke in Richtung der Teenager warf.