„Steuerbord! Verfluchter Sohn einer achtköpfigen Höllenhure, hart Steuerbord!“ Kapitän Holgers brüllte zum Rudergänger hinüber, doch der Sturm verschluckte beinahe jedes Wort. Die Santa Barbara lag jetzt fast quer zur Richtung der Wellen, die krachend am Rumpf des Schiffes brachen. Jeden Augenblick konnte der Schoner querschlagen und kentern.
Tausendsiebenhundertvierundzwanzig Seemeilen über Grund hatte der Schoner in den letzten zwei Wochen zurückgelegt. Zwei Tage hatten sie gegen den Wind kreuzen müssen, zwei weitere Tage waren sie einen Kurs hart am Wind gesegelt, doch je weiter sie nach Osten gekommen waren, desto besser schien es das Wetter mit ihnen zu meinen: Fast eine Woche waren sie bei steifer Brise raumschots dahin gesegelt. Der Sturm war aufgekommen, als sie nur noch fünfzig Seemeilen von ihrem Zielhafen entfernt waren.
Mittwoch, 27. April 2011
Dienstag, 26. April 2011
Hieb- und stichfest - Kapitel 13
"Sie verzeihen uns hoffentlich die Störung, aber meine Gattin und ich müssten dringend ein paar Worte mit Ihnen wechseln", leitete Stieglitz das Gespräch mit Schultheiss ein, der an der Rezeption saß und dabei war, ein Kreuzworträtsel lösen, das er sich aus der letzten Wochenendausgabe der Tageszeitung aufbewahrt hatte.
Irritiert blickte der alte Hotelier auf. "Es ist doch hoffentlich alles zu Ihrer Zufriedenheit?"
"Vielleicht wäre es besser, in Ihr Büro zu gehen. Ich bin sicher, dass Diskretion auch in Ihrem besten Interesse sein dürfte", führte Gianna die Unterhaltung fort. Schultheiss sah sie fragend an. Zwischen Daumen und Zeigefinger hielt sie den herausgebrochenen Türgriff des Kleiderschranks. Sie drehte ihn so, dass Schultheiss ihn und seine ungewöhnliche Einlage genau betrachten konnte.
Irritiert blickte der alte Hotelier auf. "Es ist doch hoffentlich alles zu Ihrer Zufriedenheit?"
"Vielleicht wäre es besser, in Ihr Büro zu gehen. Ich bin sicher, dass Diskretion auch in Ihrem besten Interesse sein dürfte", führte Gianna die Unterhaltung fort. Schultheiss sah sie fragend an. Zwischen Daumen und Zeigefinger hielt sie den herausgebrochenen Türgriff des Kleiderschranks. Sie drehte ihn so, dass Schultheiss ihn und seine ungewöhnliche Einlage genau betrachten konnte.
Montag, 25. April 2011
Hieb- und stichfest - Kapitel 12
"Du hast Ihn verloren! Buono a nulla! Deficiente! Wie kannst du ihn verlieren?"
Maria Cabagnelli saß mit zwei Freundinnen im San Lorenzo, einem schicken hellen Restaurant am Ortsrand und konnte offenbar nur mit Mühe ihre Wut zügeln. Gerade eben hatte ihr Telefon geklingelt, und das Konterfei von Boris Karloff in seiner Paraderolle als Frankensteins Monster war auf dem Display erschienen. Dieses Gesicht teilten sich auf ihrem Smartphone ausnahmsweise mehrere Männer. Männer, die eigentlich für ihren Gatten Enrico arbeiteten, nützliche Idioten ohne einen Wert an sich.
Sonntag, 24. April 2011
Wie ich Thomas ruinierte
Vor ungefähr zwei Jahren habe ich begonnen, Thomas zu verändern.
Thomas ist aus dem Büro unseres Geschäftsführers gekommen. "Ich bin jetzt dein Boss!", hat er mir zugerufen, und dann erklärt: "Der Alte hat mich zum Abteilungsleiter befördert."
Ich habe gelächelt, bin aufgestanden, auf ihn zu gegangen, habe ihn in die Arme geschlossen und gesagt: "Thomas, ich freue mich sehr für dich. Du hast dir diese Beförderung verdient. Ich bin so froh, dass du jetzt unser Abteilungsleiter bist. Ich frage mich nur, warum nicht Hauptabteilungsleiter?" Thomas hat mich irritiert angesehen, "Danke" gesagt und seine Sachen zusammengeräumt, um sie in sein neues Büro zu tragen.
Thomas ist aus dem Büro unseres Geschäftsführers gekommen. "Ich bin jetzt dein Boss!", hat er mir zugerufen, und dann erklärt: "Der Alte hat mich zum Abteilungsleiter befördert."
Ich habe gelächelt, bin aufgestanden, auf ihn zu gegangen, habe ihn in die Arme geschlossen und gesagt: "Thomas, ich freue mich sehr für dich. Du hast dir diese Beförderung verdient. Ich bin so froh, dass du jetzt unser Abteilungsleiter bist. Ich frage mich nur, warum nicht Hauptabteilungsleiter?" Thomas hat mich irritiert angesehen, "Danke" gesagt und seine Sachen zusammengeräumt, um sie in sein neues Büro zu tragen.
Samstag, 23. April 2011
Hieb- und stichfest - Kapitel 11
Das "verlorene Paradies" war eine der billigeren Absteigen der Stadt. Dennoch war Karl Schultheiss, der einundsiebzigjährige Inhaber, Direktor und Portier in einer Person, um einen seriösen, gediegenen Auftritt bemüht.
"Herzlich willkommen, Herr Helmholtz", begrüßte er Stieglitz, der sich unter diesem Namen vorgestellt hatte, "Zimmer 17 im ersten Stock, Ihre Gattin erwartet Sie bereits."
Stieglitz bedankte sich lächelnd und stieg die Treppe hinauf. Er trug nur den kleinen Koffer mit Ausrüstung bei sich, den Lippert ihm mitgegeben hatte. Eine weitaus größere Reisetasche hatte Gianna Modugno ihm mitgebracht. So hoffte er wenigstens. Stieglitz hatte sie noch von Lippert aus angerufen und sie gebeten, alles für den Umzug in das Hotel zu arrangieren. "So, so, meine Gattin, interessant", murmelte er, dann klopfte er an die Tür von Zimmer 17.
"Herzlich willkommen, Herr Helmholtz", begrüßte er Stieglitz, der sich unter diesem Namen vorgestellt hatte, "Zimmer 17 im ersten Stock, Ihre Gattin erwartet Sie bereits."
Stieglitz bedankte sich lächelnd und stieg die Treppe hinauf. Er trug nur den kleinen Koffer mit Ausrüstung bei sich, den Lippert ihm mitgegeben hatte. Eine weitaus größere Reisetasche hatte Gianna Modugno ihm mitgebracht. So hoffte er wenigstens. Stieglitz hatte sie noch von Lippert aus angerufen und sie gebeten, alles für den Umzug in das Hotel zu arrangieren. "So, so, meine Gattin, interessant", murmelte er, dann klopfte er an die Tür von Zimmer 17.
Freitag, 22. April 2011
Der Clip
"Wir brauchen noch mehr!" Der alte General brüllt. Er hebt die Hand und zeigt auf ein Wohnhaus. "Das da. Holt mal vierzehn Leute da raus und bringt sie auf den Platz."
Zwei Soldaten treten die Tür zum Hauseingang ein, zwei weitere folgen ihnen ins Haus. Wohnung für Wohnung durchsuchen sie, treiben mit vorgehaltenen Sturmgewehren die Bewohner auf die Straße.
Zwei Soldaten treten die Tür zum Hauseingang ein, zwei weitere folgen ihnen ins Haus. Wohnung für Wohnung durchsuchen sie, treiben mit vorgehaltenen Sturmgewehren die Bewohner auf die Straße.
Donnerstag, 21. April 2011
Hieb- und stichfest - Kapitel 10
"Spielzeug für Nerds", grummelte Stieglitz, während er sein Auto aufschloss und einen kleinen Koffer voll mit elektronischen Geräten und rätselhaften mechanischen Werkzeugen auf den Beifahrersitz legte. Frank Lippert hatte ihm eine Menge Equipment mitgegeben, aber keine Schusswaffe. Stieglitz hatte ihm von bisherigen Todesfällen berichtet und musste sich Lipperts Argument geschlagen geben, keinem der Opfer hätte eine Schusswaffe das Leben gerettet. Bei Georg Fauster, dem Bordellbetreiber, der aus dem Fenster gestürzt - oder gestürzt worden - war, hatte die Polizei sogar eine Schusswaffe gefunden, die unangerührt im Schulterholster des Toten gesteckt hatte.
"Du hast hier keinen Revolverhelden vor dir, der seine Gegner im Morgengrauen vor dem Saloon erwartet. Und das ist auch keine Machtdemonstration, bei der von Kugeln durchsiebte Leichen weitere Gegner - von wem auch immer - einschüchtern sollen. Zwei Unfälle, ein Herzleiden, und ein Feuer, bei dem Brandstiftung genau so wahrscheinlich ist wie eine Verkettung unglücklicher Zufälle: Wenn es sich überhaupt um Morde handelt...", hatte Lippert seine Zweifel zum Ausdruck gebracht.
"Du hast hier keinen Revolverhelden vor dir, der seine Gegner im Morgengrauen vor dem Saloon erwartet. Und das ist auch keine Machtdemonstration, bei der von Kugeln durchsiebte Leichen weitere Gegner - von wem auch immer - einschüchtern sollen. Zwei Unfälle, ein Herzleiden, und ein Feuer, bei dem Brandstiftung genau so wahrscheinlich ist wie eine Verkettung unglücklicher Zufälle: Wenn es sich überhaupt um Morde handelt...", hatte Lippert seine Zweifel zum Ausdruck gebracht.
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